Modellorientierte Softwareautomatisierung dank Oracle Middleware

Modellorientierte Softwareautomatisierung dank Oracle Middleware

Hagenberg, 26.05.2008 – Neue Softwaresysteme sind nur dann erfolgreich, wenn die unterstützten Geschäftsprozesse ihre Möglichkeiten voll ausschöpfen. Computerunabhängig modellierte Geschäftsprozesse müssen jedoch bisher manuell in computergeeignete Modelle überführt werden, ehe diese zu plattformspezifischen Modellen transformiert und zuletzt in ausführbaren Code umgewandelt werden können. Das ist mit großem Aufwand verbunden, weshalb sich Unternehmen oft eher eingeführten EDV-Prozessen anpassen als umgekehrt.

Kooperation mit wissenschaftsnahem Forschungspartner

AMS Engineering und FAW aus dem Softwarepark Hagenberg entwickelten mittels der Oracle SOA Suite eine Integrationsplattform zur teilautomatischen Überführung von Geschäftsprozessen in Lastenhefte für die Softwareentwicklung. AMS hat zum Ziel, den Gesamt-Entwicklungsprozess zu vereinheitlichen.

„Unsere Vision ist, aus einer Modellierung der Geschäftsprozesse mehr oder weniger automatisiert fertige Applikationssoftware abzuleiten,“ so Ing. Robert Schossleitner, Leiter der Softwareentwicklung.

Zur Vermeidung von Redundanzen in Anwendungen und Daten müssen grundlegend neue Methoden zur Optimierung des Zusammenspiels von Geschäftsprozessmanagement und Softwareentwicklung gefunden werden. Daher kooperiert AMS Engineering mit der FAW GmbH.

„Die Nähe exzellenter, unabhängiger Forschungseinrichtungen ist für uns ein Standortvorteil“, sagt Ing. Schossleitner.

Unterstützt wird das gemeinsame Projekt mit dem Titel „AMS Business Driven Software Engineering“ von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft.

Service-orientierte statt Datenmodell-basierte Struktur

Das naheliegende, ein applikationsneutrales, unternehmensweites Datenmodell, reichte wegen zu erwartender Wartungsprobleme nicht weit genug, da bei Veränderungen der Datenlandschaft meist mehrere Anwendungen angepasst werden müssten. Daher wurde Enterprise Application Integration (EAI) mit physisch getrennten Datenhaltungen in einem logischen, unternehmensweiten Datenpool betrieben.

Das erfordert eine Service-orientierte Architektur mit von allen Anwendungen genutzten Services und Kommunikation der Anwendungen über intelligente Schnittstellen. Auch Anwender müssen umdenken.

„Jeder Bereich, der anderen Bereichen Services zur Verfügung stellt, muss das als Teil seiner betrieblichen Aufgaben begreifen“, beschreibt Mag. Daniel Jabornig von der FAW GmbH den unternehmerischen Bewusstseinswandel.

Eine ideale Architekturplattform fanden die Unternehmen in der Oracle SOA Suite. In dieser sind mehrere Produkte aus dem Portfolio der „Fusion Middleware“ zusammengefasst, wie etwa der „BPEL Process Manager“, der „Enterprise Service Bus“, der „Web Services Manager“ sowie die „Business Rules Engine“, das „Business Activity Monitoring“, der „Enterprise Manager“ und die Softwareentwicklungsumgebung „JDeveloper 10g“.

Damit gelang es, äußerst effizient Services zu erstellen, zu verwalten und zu modularen Anwendungen und Geschäftsprozessen zusammenzustellen. Zudem dient sie im Produktivsystem als zentrale Informationsdrehscheibe. Die Erstellung einer Integrationsplattform zur Überführung von Prozessen zu Softwareapplikationen ist abgeschlossen, erste Ergebnisse wurden bereits in einem Kundenprojekt erprobt. Bis zum Abschluss des Forschungsprojekts Ende 2008 geht es um die technische Umsetzung der EAI in direkte Produktentwicklung.

„Durch die Verwendung der Oracle SOA Suite wird uns der Weg stark verkürzt. Wir sind zuversichtlich, den Termin zu halten“, ist Ing. Schossleitner optimistisch.